„Jede Frau ist Tochter“ – Frauenspezifische Beratung

 

3. Weibliche Identität – ein breiter Weg übersät mit vielfältigen Stolpersteinen

Identität erfasst die psychische Grundstruktur und ist das Bild und das Gefühl, das der Mensch in seiner Lebenswelt

von sich selber hat. Der Mensch sieht, fühlt, bewertet, vergleicht sich selbst, macht Entwürfe von sich, übernimmt

Rollen, setzt Handlungen, hat Absichten und zeigt Wirkung. Er erlangt dadurch Identifikation mit sich selbst. Durch

die Koexistenz wird der Mensch auch von anderen gesehen, er wird bewertet, verglichen, es wird auf ihn reagiert,

Entwürfe für/über ihn werden gemacht und Rollen zugeschrieben. Es erfolgt die Identifizierung durch andere. Aus

der Identifikation und der Identifizierung ergibt sich die Identität. Dieser Prozess erfolgt immer aufs Neue und geschieht

im Hier und Jetzt mit dem Einbinden der persönlichen Geschichte und den Zukunftsperspektiven mit allen Wünschen,

Hoffnungen, Plänen und Befürchtungen.

 

Genau an dieser Stelle stellt sich die Differenzierung in der Identitätsbildung zwischen Mann und Frau ein. Denn

der persönliche Identitätsbegriff wird noch durch die kollektive Identität erweitert. Für die weibliche Identität ist somit

festzuhalten, dass die „weite Welt“ der globalisierten Weltkultur, der internationalen und nationalen Frauenrechte bis

hin zu Frauenrechten in unterschiedlichen Institutionen (Politik, Universitäten, Krankenhäusern, Kirchen, …) und

Organisationen (Industrie, Gewerbe, Handelsketten, …) im sozialen Nahbereich und in der persönlichen Sozialisation

mitprägend sind, und Identität ist immer auch mit identitätsstiftendem Erzählen verbunden.

 

Die Mutter-Tochter-Beziehung bzw. Beziehungen zu weiblichen Bezugspersonen sind der Ort, an dem die Definition

von Weiblichkeit unmittelbar spürbar wird und von den jungen Frauen übernommen, oder noch viel öfter hinterfragt

und abgelehnt wird. Anderes Erzählen, andere Zuschreibungen stiften Identität. Von der Filmindustrie über die Werbung

 bis hin zu den unterschiedlichen Institutionen laufen Fremd-Attributionen, die unterhalb der Bewusstseinsschwelle ein

Screening anstoßen, welches zu einem Selbstbewertungsprozess führt, der schon früh im Sozialisationsprozess das

Frauenbild formt und immer wieder „nachjustiert“ wird, durch kulturelle Wertungen, Traditionen, Moden, Trends, …

 

Dieses „so bin ich/so sollte ich sein“ bekommt eine die ganze Persönlichkeit und deren Selbstwert bestimmende

Qualität und kann durch mitunter einander ausschließende Zuschreibungen letztendlich krankmachend werden.

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Barbara-Maria Angerer, MSc

 

Praxis für psychosoziale Beratung, Coaching und Supervision

 

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